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Naturland Betrieb Haneberg und Weingut am Stein erhalten Bayerischen Klimapreis

bay klimapreis 350Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (4.v.r.) mit allen Preisträgern. Quelle: Baumgart/StMELFFür gelungene Praxisbeispiele zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber am Donnerstag vier bayerische Betriebe und ein Wassermanagement-Projekt mit dem Bayerischen Klimapreis für Landwirtschaft, Gartenbau und Weinbau ausgezeichnet.

Gleich zwei Gewinner-Betriebe gehören dem Naturland Verband an. Der Ökö-Milchviehbetrieb der Familie Haneberg aus Kempten im Allgäu ist schon seit mehr als 30 Jahren Mitglied bei Naturland. Die Allgäuer Öko-Bauern erhielten den Preis in der Kategorie Landwirtschaft für ihr gesamtbetriebliches Konzept zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel. Auf dem Betrieb werden Betriebsmittel besonders ressourceneffizient eingesetzt und regionale Kreisläufe – etwa bei Futter, Stroh, Bauen – konsequent beachtet. So haben die Hanebergs bereits 2002 aus regional nachwachsenden Rohstoffen Bayerns ersten klimaangepassten Außenklimaboxenlaufstall aus Holz mit Gründach gebaut. Der Stall fügt sich fast unsichtbar in die Landschaft ein und sorgt ganzjährig für ein hervorragendes Stallklima.

Das Naturland Weingut am Stein von Familie Knoll aus Würzburg erhielt den Preis in der Kategorie Weinbau für seinen gesamtbetrieblichbay klimapreis hanebergv. l. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, Cilli und Richard Haneberg und Dr. Annette Freibauer (Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft und Jury-Mitglied). Quelle: Baumgart/StMELFen Ansatz. Die Maßnahmen des unterfränkischen Weinguts umfassen Energieeffizienz, Steillagennutzung ohne Bewässerung für Spitzenweine und arbeitseffiziente Formen der Begrünung für den Erosionsschutz in Steillagen. Der Betrieb zeige insbesondere, dass moderner Klimaschutz und Anpassung an Witterungsextreme mit hoher Ästhetik vereinbar sind und trägt durch die Steillagennutzung dazu bei, das typische unterfränkische Landschaftsbild zu erhalten.

Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber verlieh den Preis am Donnerstag im Staatsministerium. „Der Preis ist eine verdiente Anerkennung für Ihre innovativen Ideen und Konzepte“, sagte die Ministerin. Schließlich sei der Klimawandel gerade für die Landwirtschaft im Freistaat eine gewaltige Herausforderung. Umso wichtiger sei es, für Landwirtschaft, Wein- und Gartenbau praxistaugliche Ideen und Strategien zu entwickeln, wie sie auch in Zukunft erfolgreich wirtschaften und die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln sicherstellen können. Eine Expertenjury hatte die Sieger aus 23 Bewerbungen ausgewählt.

bay klimapreis knollLandwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (r.), Sandra Knoll (2. v. r.) mit Sohn Vincenz und Dr. Annette Freibauer (Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft und Jury-Mitglied)Quelle: Baumgart/StMELF

Hintergrund

Mit dem "Bayerischen Klimapreis Landwirtschaft, Garten- und Weinbau" werden neue, innovative Projekte prämiert, mit denen Landwirte, Winzer und Gärtner ihre Produktion an den Klimawandel anpassen und zu einem besseren Klimaschutz beitragen.Die Vorschläge sollen sich durch Pilotcharakter und Kreativität auszeichnen und möglichst auf andere Betriebe übertragbar sein. Prämiert werden Preisträger in den drei Kategorien Landwirtschaft, Gartenbau sowie Weinbau. Der Preis ist für  die Landwirtschaft mit zwei mal 3.000 Euro und für den Gartenbau und Weinbau mit je einmal 3.000 Euro ausgelobt.