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Der Naturland Fair Partner Meyermühle bekommt DLG-Auszeichnungen

Meyermuehle Bio Baguette Bio Spezialmehl 350

Wertschöpfungsketten, in denen hohe ökologische und qualitative Maßstäbe gelten, bringen die besten Lebensmittel hervor. Nach diesem Prinzip arbeitet die Meyermühle aus Landshut. In Zusammenarbeit mit regionalen Bio-Landwirten stellt der Naturland Fair Partner Premium- und Spezialmehle für erstklassige Bio-Backwaren her. Drei davon wurden erst vor kurzem von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft DLG mit Gold- und Silbermedaillen prämiert.

Rund 600 bayerische Landwirte bauen für die Meyermühle Weizen, Dinkel und Roggen nach den Naturland Richtlinien an. Daraus entstehen zum einen klassische Premiummehle in verschiedenen Mahlgraden. Zum anderen werden die hochwertigen Rohstoffe zu Spezialmehlen und Backmischungen verarbeitet, aus denen auch die aktuellen DLG-Preisträger hervorgegangen sind. Goldmedaillen gab es für Bio-Baguette aus Bio-Spezialmehl für französische und mediterrane Gebäcke und Bio-Dinkel-Ruchmehlbrot. Silber bekam das Bio-Weizen-Ruchmehlbrot. Ruchmehl ist eine Spezialität, mit der die Meyermühle an ihre bayerische Herkunft und ihre regionale Ausrichtung anknüpft. Dabei handelt es sich um eine Mehlart, die vor allem im Alpenraum bekannt ist und dort für rustikale Gebäckarten mit krosser Kruste und lockerer Krume verwendet wird. „Die Prämierung dieser Backwaren bestätigt uns in unseren Bemühungen um eine gleichbleibend hohe Mehlqualität“, freut sich Michael Hiestand, der seit neun Jahren die Geschäftsführung der Bio-Mühle innehat. „Unsere Kunden erwarten „Sicherheit beim Gelingen“, die wir ihnen durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Bio-Bauern, die Nutzung modernster Mühlentechnik und einen besonders hohen analytischen Aufwand gewährleisten können“.

Qualität beginnt beim Bauern

Das Qualitätsmanagement erfuhr schon 1988 eine entscheidende Weiterentwicklung, als die Hofpfisterei die Mehrheitsbeteiligung übernahm und so Mühle und Bäckerei wieder vereinte. Als wichtigste Abnehmerin der Mühlenprodukte war ihr Interesse groß, die Güte der Mühlenprodukte auf hohem Niveau weiterzuentwickeln. Dazu gehörte zunächst einmal eine zuverlässige Belieferung mit hochwertigen Öko-Rohstoffen. Aktiv wurden damals neue Bauern in Bayern geworben, die bereit waren, den wachsenden Bedarf auf möglichst kurzen Wegen zu decken. Seither arbeitet die Meyermühle eng mit der Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG zusammen und kann das Getreide bis aufs Feld zurückverfolgen. Ein Teil stammt heute aus Vertragsanbau, bei dem die Konditionen für mehrere Jahre im Voraus festgelegt werden. Über die noch nicht fest gebundenen Mengen wird zweimal im Jahr partnerschaftlich am runden Tisch entschieden. Auf diese Weise wird der genaue Bedarf lange im Voraus festgelegt und ebenso die Preise und Prämien, die für besondere Qualität gezahlt werden. Dies sorgt bei den Landwirten für Planungs- und Kalkulationssicherheit und ist auch für die Mühle ein großer Vorteil. Schließlich ist es ihre Aufgabe, aus hunderten von Getreideanlieferungen Mehle herzustellen, die sich das ganze Erntejahr über durch eine gleichbleibend hohe Qualität auszeichnen.

Maßstab ist das Backresultat

Noch im Lieferfahrzeug können mit dem Rakoraf pro Stunde bis zu 100 Tonnen Getreide beprobt werden, um etwaige Mängel oder Fremdstoffe zu entdecken. Dann kommt die Lieferung zunächst in das Annahme-Separationssilo. Auf 240 Quadratmetern bietet der moderne Neubau 48 separate Zellen, die eine Lagerkapazität von je 30 Tonnen haben. „Darin können wir die Getreidequalitäten differenziert erfassen und gewinnen Zeit für die ausführliche Analyse von möglichen Rückständen und Parametern wie Fallzahl oder Feuchtkleber“, erklärt Michael Hiestand. „Außerdem können wir die Teigrheologie testen und spezielle Backversuche durchführen. Dadurch sind wir in der Lage, unsere Mehlqualität noch konstanter zu halten.“ Als Tochter der Hofpfisterei hat die Meyermühle von Haus aus eine große Abnehmerin: Die Münchner Traditionsbäckerei betreibt heute 165 Filialen in Bayern, Baden-Württemberg, Berlin und Hessen, einen Brotversand und ist in Süddeutschland in rund 700 Einzelhandelsgeschäften mit ihren Natursauerteigbroten präsent. Darüber hinaus versorgt die Bio-Mühle zahlreiche weitere Kunden mit Mehlen, Backmischungen, Rezepturen und weiteren Backzutaten in Naturland Qualität. Kleine Handwerksbetriebe gehören ebenso dazu wie industrielle Großbäckereien. „Sie alle sind auf Versorgungssicherheit angewiesen und müssen sich darauf verlassen, dass sie Tag für Tag gleich gute Backresultate erzielen“, meint der Geschäftsführer. „Das sind die großen Herausforderungen, denen wir uns heute stellen müssen.“

Auch im Umweltschutz ganz vorne

Mit ihrer modernen Ausstattung für Analyse und Separation, computergestützter Vermahlung und Komponentenmischanlage hat sich die Meyermühle den Platz als Deutschlands Bio-Mühle Nr. 1 erobert. Damit geht ein großes Engagement für Umweltschutz und Nachhaltigkeit einher. Bereits 1996 wurde die Hofpfisterei-Tochter als erste Mühle Europas nach EG-Öko-Audit zertifiziert, ein Jahr später führte sie ein Qualitätsmanagement nach DIN ISO 9001 ein und im Juli 2018 DIN ISO 2200. Als Mitglied des Öko-Pakt Bayern trieb sie das Thema Klimaschutz über die Jahre so weit voran, dass sie 2010 erstmals offiziell CO2-neutral produzieren konnte. Dies gelingt in mehreren Schritten: Die Mühle hat ein intelligentes Energiemanagement realisiert und erzeugt ein Drittel ihres Strombedarfs durch Nutzung des angrenzenden Hammerbachs selbst. Der Rest wird ebenfalls aus Wasserkraft zugekauft und die Abwärme der eigenen Turbine für die Raumheizung verwendet. „Natürlich gibt es auch Emissionen, die wir noch nicht vermeiden können, zum Beispiel die unseres Fuhrparks oder die, die bei der Brauchwassererwärmung entstehen“, räumt Michael Hiestand ein. „Aber die gleichen wir aus, indem wir seit 2007 ein Solarkocher-Projekt in Afrika unterstützen.“ Die klimafreundlichen Geräte, die mit Sonnenenergie statt Brennstoffen funktionieren, werden in einer Selbsthilfe-Werkstatt in Altötting hergestellt, vor Ort von einheimischen Mitarbeitern montiert und vielen Familien zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise berücksichtigt die Meyermühle – ganz im Sinne der Naturland Fair Zertifizierung – ökologische und soziale Aspekte bei der Förderung.

 

(Dieser Artikel ist auch in den Naturland Nachrichten 03 / Juni 2020 erschienen.)