Naturland e.V.

Naturland Präsident Heigl zum Runden Tisch in der bayerischen Staatskanzlei

Volksbeghren gross LVOEDie Unterstützer des Volksbegehrens vor der Staatskanzlei (Foto: LVÖ)München, 20.02.2019 - Nach dem überwältigenden Erfolg des Volksbegehrens Artenvielfalt in Bayern geht es nun an die praktische Umsetzung. Am Mittwoch hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu einem Runden Tisch in die Staatskanzlei in München geladen.

Naturland Präsident Hubert Heigl, der als Vorsitzender der Landesvereinigung für den Ökologischen Landbau (LVÖ) an dem Treffen teilnahm, wertet die erste Sitzung als positiven Auftakt, dem weitere Gespräche mit konkreten Ergebnissen folgen müssen.

Volksbegehren setzt Messlatte

Die LVÖ sieht die große Zustimmung zum Volksbegehren Artenvielfalt als historische Chance für den Freistaat Bayern, Vorreiter beim Erhalt der Artenvielfalt zu werden. Die im Gesetzesentwurf formulierten Maßnahmen bilden dabei die Messlatte. Im Rahmen des weiteren Prozesses zu erarbeitende Vorschläge müssen mindestens genauso wirksam für den Artenschutz sein oder über die vorliegenden Vorschläge hinausgehen.

„Natur- und Artenschutz kann nur gemeinsam und im Dialog mit den Bäuerinnen und Bauern gelingen“, hebt Hubert Heigl hervor. Deswegen werde sich die LVÖ Bayern in den nun folgenden Gesprächen fachlich und konstruktiv einbringen und dabei auch die Umsetzbarkeit der Maßnahmen im Blick behalten. Die Diskussionen am Runden Tisch bieten die Chance, auch in Politikfeldern außerhalb der Landwirtschaft bessere Regelungen zum Erhalt von Lebensräumen und Arten zu erarbeiten, zum Beispiel bei der dringend notwendigen Reduzierung des Flächenverbrauchs. „Der Erhalt der Artenvielfalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, betont Heigl.

Ökolandbau ist Schlüsseltechnologie nachhaltiger Landwirtschaft

Der historisch einmalige Zuspruch der Bevölkerung zum Volksbegehren Artenvielfalt zeigt eindeutig: Die Bürgerinnen und Bürger in Bayern wollen eine naturverträglichere Landwirtschaft und sehen im Ausbau des Ökolandbaus den richtigen Weg. Sie haben Recht damit, denn der ökologische Landbau und die ökologische Lebensmittelwirtschaft haben konkrete Ansätze und Lösungen für die großen Herausforderungen der Landwirtschaft entwickelt und leben diese in der Praxis. „Der ökologische Landbau ist eine Schlüsseltechnologie für eine nachhaltige Landwirtschaft“, betont Heigl und verweist auf eine kürzlich veröffentliche Studie unter Federführung des Thünen-Instituts und der Universität Kassel mit Beteiligung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, die die Vorteile des Ökolandbaus, gerade auch für die Artenvielfalt, belegt (Zusammenfassung der Studie hier).

In den letzten Jahren hat sich die ökologische Land-und Lebensmittelwirtschaft in Bayern dank der hohen Nachfrage nach hochwertigen heimischen Bio-Produkten, aber auch aufgrund der durch die Initiative BioRegio Bayern 2020 der bayerischen Staatsregierung gesetzten politischen Impulse positiv entwickelt. Um die zu Recht ambitionierten Ziele aus dem Volksbegehren zu erreichen, müssen die Maßnahmen zur Förderung der ökologischen Landwirtschaft in allen Bereichen, in denen der Freistaat Bayern Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten hat, verstetigt und den Zielen entsprechend ausgebaut werden. Dies gilt für die Bildung, Forschung und Beratung, aber auch für die Absatzförderung. „Wir werden die Politik hier an ihren Taten messen“, verspricht Heigl.

file ico Die LVÖ-Pressemitteilung zum Download.