Naturland e.V.

Naturland und PROVIEH fordern eine verpflichtende Haltungskennzeichnung

fleischbehandlung 350Szene aus dem Film: Am Fleisch in der Theke ist die Haltung des Tieres nicht zu erkennen.Gräfelfing/Kiel, 14.10.2021 – Egal ob „vertiefte Sondierung“ oder doch schon Koalitionsverhandlungen: Bei den Gesprächen über die Bildung einer neuen Bundesregierung müssen die künftigen Koalitionsparteien schon jetzt klare Ziele zum dringend notwendigen Umbau der Nutztierhaltung festlegen.

„Damit dieser Umbau gelingen kann, brauchen wir endlich eine gesetzlich verpflichtende Haltungskennzeichnung für Fleisch, Wurst und andere tierische Produkte. Sie muss ein zentraler Bestandteil des künftigen Koalitionsvertrags werden,“ fordern Naturland Präsident Hubert Heigl und Valerie Maus, Vorstandsvorsitzende von PROVIEH. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, veröffentlichten die beiden Verbände nun ein Kurzvideo zur gemeinsamen Kampagne #wirzeigenHaltung.

Wir spitzen zu, um zu bewegen
„Die Fleischbehandlung“ ist der Titel des knapp eineinhalbminütigen Films, der versucht, mit dem erzählerischen Mittel der Verfremdung eine Brücke zwischen dem anonymen Produkt im Laden zum Leben des Tiers dahinter zu schlagen. Wie die Verkäuferin mit dem Fleisch umgeht, das die verschiedenen Kund:innen jeweils bestellen, wird zum Symbol für die Qualität der Tierhaltung. Dabei wird deutlich, was es bedeutet, wenn echte Transparenz fehlt.

„Dem Fleisch im Supermarkt sieht man nicht an, wie die Tiere gehalten wurden. Die einzige Unterscheidungsmöglichkeit der Verbraucher:innen ist im Moment oft der Preis. Das muss sich ändern“, fordert PROVIEH-Vorstandsvorsitzende Maus. „Denn vom Platz und der Ausgestaltung des Stalls über den Auslauf ins Freie oder den Weidegang bis hin zur Fütterung und Betreuung gibt es enorme Unterschiede dabei, wie artgemäß Nutztiere in Deutschland heute gehalten werden.“
Der Mangel an Transparenz begünstigt dabei immer die schlechteren Haltungsformen. „Es wird Zeit, die Unterschiede endlich transparent zu machen. Das tut der Film mit seinen Mitteln, in sehr überspitzter Form“, kommentiert Naturland Präsident Heigl und fügt hinzu: „Wir spitzen zu, um zu bewegen. Damit Verbraucher:innen an der Ladentheke endlich eine echte Wahlfreiheit bekommen.“

Forderung unterstützen: E-Mail-Aktion und Infos auf Kampagnen-Homepagefleischbehandlung beitragsbildSzene aus dem Film, gedreht in einem Münchener Supermarkt.
Den Film kann man auf der Kampagnen-Homepage www.wirsindzukunft.earth anschauen. Darüber hinaus gibt es auf der Homepage jede Menge Hintergrundinfos zu den derzeit dominierenden Haltungsformen in der Landwirtschaft, zum Tierwohl im Öko-Landbau und natürlich alle Details zur Forderung von Naturland und PROVIEH nach einer gesetzlich verpflichtenden Haltungskennzeichnung. Wer diese Forderung unterstützen möchte, kann dies ganz einfach tun und per Online-Formular eine entsprechende persönliche E-Mail direkt an die Spitzen der potenziellen Koalitionspartner schicken.

Naturland und PROVIEH – gemeinsam für mehr Tierwohl
PROVIEH ist Deutschlands erfahrenste Nutztierschutzorganisation und setzt sich seit 1973 für eine artgemäße Tierhaltung und gegen die industrielle Intensivtierhaltung in der Landwirtschaft ein. PROVIEH fördert und unterstützt eine bäuerliche, naturnahe und nachhaltige Landwirtschaft, aus der Überzeugung heraus, dass diese die derzeit besten Voraussetzungen für eine tiergerechte Haltung bietet.

Naturland ist einer der größten Öko-Verbände weltweit und setzt sich für eine sozial-ökologische Transformation unserer Ernährungssysteme ein. Im Zentrum steht dabei eine ökologische Landwirtschaft zum Wohle von Mensch, Tier und Umwelt. Naturland ist Gründungsmitglied der AG Tierwohl, in der mehre Öko-Verbände gemeinsam an der ständigen Weiterentwicklung der Öko-Tierhaltung arbeiten.

Naturland und PROVIEH setzen sich bereits seit langem gemeinsam für mehr Transparenz ein, so etwa mit dem Kooperationsprojekt „Rundum Öko“, bei dem Verbraucher:innen mittels Virtual Reality-Technik hautnah erleben können, wie artgerechte Tierhaltung im Öko-Landbau funktioniert (www.oeko-tiere.de) und nun auch mit der aktuellen Kampagne #wirzeigenHaltung.

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