Naturland e.V.

Delegiertenversammlung wählt neues Präsidium

naturland praesidium 350Naturland Präsidium von links nach rechts: Peter Warlich, Marion Bohner, Hubert Heigl, Hans Bartelme, Frauke Weissang.Frankfurt/Main – Hubert Heigl steht auch künftig an der Spitze von Naturland. Die internationale Delegiertenversammlung des in 60 Ländern weltweit aktiven Öko-Verbands wählte den 56-jährigen Öko-Landwirt aus der Oberpfalz am Mittwochabend einstimmig für weitere vier Jahre ins Präsidium des Verbands. Anschließend wählte das neue fünfköpfige Präsidium Heigl erneut zum Präsidenten des Verbands.

„Vielen Dank für das große Vertrauen, das Ihr mir und dem gesamten Naturland Präsidium erneut entgegenbringt“, sagte Heigl nach der Wahl. „Egal ob Klimakrise, Artensterben oder die Gestaltung wirklich fairer Lieferketten – wir stehen als Gesellschaft vor drängenden Herausforderungen, für deren Bewältigung ein wirklich umfassender öko-sozialer Umbau unserer Landwirtschaft unabdingbar ist. Für diesen Umbau arbeiten Naturland Bäuerinnen und Bauern in Deutschland, Europa und auf der ganzen Welt“, unterstrich Heigl.
Mit Blick auf die Bundestagswahl in Deutschland fügte Heigl hinzu, es komme in den nächsten Jahren darauf an, den mit der Neugestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) zumindest ansatzweise eingeschlagenen Richtungswechsel konsequent weiterzuverfolgen. „Es darf hier keinen Stillstand mehr geben. Die künftige Ausgestaltung der GAP muss sich konsequent an der langfristigen Umweltwirksamkeit der geförderten Maßnahmen orientieren, wie dies der Öko-Landbau mit seinem ganzheitlichen Ansatz vormacht“, sagte der Naturland Präsident.

Naturland International: Unterstützung für kleinbäuerliche Betriebe ausweiten

„Die immer dramatischeren Auswirkungen der Klimakrise, der weltweit zunehmende Verlust an Artenvielfalt und unfaire Handelspraktiken treffen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern oft besonders hart“, betonte Frauke Weissang, die als Mitglied im Naturland World Advisory Board (WAB) schon bislang die Interessen der internationalen Naturland Betriebe vertritt. Mit ihrer Wahl ins Naturland Präsidium wird die Rolle der internationalen Naturland Betriebe nun weiter gestärkt „Wir wollen die globalen Probleme, die uns alle einen, künftig noch stärker regional angehen. Genau das ist eine Stärke von Naturland als internationaler Gemeinschaft von Bäuerinnen und Bauern“, sagte Weissang, die mit ihrem Ackerbaubetrieb selbst Mitglied einer Naturland Kooperative in Italien ist.
Zu diesem Zweck werde Naturland noch stärker als bisher in Projekte zur Weiterbildung in Sachen ökologischer Anbaumethoden wie auch vereinfachtem Zugang zur Bio-Zertifizierung investieren und so kleinbäuerliche Betriebe in verschiedenen Regionen der Welt beim Aufbau von Wissen und Kompetenzen unterstützen. Darüber hinaus solle auch die Aufklärung von Verbraucher:innen über die Vorteile ökologisch erzeugter und fair gehandelter Produkte über Deutschland hinaus ausgeweitet werden, nachdem bereits mit einem ersten Projekt in Vietnam begonnen wurde.

Zwei Frauen neu im Naturland Präsidium – Bartelme als Vize-Präsident bestätigt

Im neuen Naturland Präsidium werden künftig drei Männer und zwei Frauen sitzen. Neben Frauke Weissang, die dem Gremium von 2005-14 schon einmal angehört hatte, ist Marion Bohner, Milchvieh-Bäuerin aus Baden-Württemberg, erstmals mit dabei. Hans Bartelme aus Baden-Württemberg wurde für weitere vier Jahre als Naturland Vizepräsident bestätigt. Am längsten gehört Peter Warlich, Ackerbauer aus Sachsen-Anhalt, dem Naturland Präsidium an; er wurde für seine inzwischen vierte Amtszeit wiedergewählt.
Die sechs Mitglieder des World Advisory Board waren bereits Anfang Mai per Online-Wahl von den internationalen Naturland Mitgliedern bestimmt worden. In dem Gremium, das satzungsgemäß das Naturland Präsidium in allen Fragen der internationalen Entwicklung von Naturland berät, sind Naturland Bäuerinnen und Bauern aus allen Kontinenten mit Naturland Betrieben vertreten.
Als WAB-Mitglieder bestätigt wurden, Jan Bernhard (Peru), Arvind Narula (Thailand) sowie Dr. Ahmed Sief El-Nasr (Ägypten), während Frauke Weissang (Italien) nun ins Präsidium wechselt. Erstmals gewählt wurden Nicodemus Bamuhangaine (Uganda), Sekar Arumugam (Indien) sowie Zeno Piatti-Fünfkirchen (Österreich).

Naturland digital: Satzungsänderung für Online-Versammlungen auch nach Corona

Die Delegierten verabschiedeten auf der Versammlung, die als Hybridveranstaltung in Frankfurt/Main und online stattfand, u. a. eine Satzungsänderung, um dieDV21 2Auch in Zukunft möglich: digitale Mitglieder- und Delegiertenversammlungen bei Naturland Verbandsarbeit im Online-Format auch für die Nach-Corona-Zeit rechtlich abzusichern. „Wie alle vermissen wir nach diesem außergewöhnlichen Jahr besonders die persönlichen Begegnungen miteinander sehr. Und doch sind wir sind in diesem Jahr zugleich auch näher zusammengerückt“, sagte Naturland Präsident Heigl.
Heigl verwies auf zahlreiche erfolgreiche Online-Delegiertenversammlungen und Online-Mitgliedertreffen, die den großen Nutzen der digitalen Konferenztools gerade für die Arbeit eines internationalen Verbands wie Naturland klar gezeigt hätten. Durch die beschlossene Satzungsänderung wurde deshalb sichergestellt, dass sämtliche Wahlen und sonstigen Entscheidungen bei Naturland künftig grundsätzlich auch per Online-Voting möglich sind, nicht nur unter Corona-Ausnahmebedingungen.

Über Naturland Präsident Hubert Heigl

Hubert Heigl steht seit 2017 als Präsident an der Spitze von Naturland. Er ist unter anderem Mitglied der sogenannten Borchert-Kommission für den Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland und vertritt dort die Öko-Branche. Als Naturland Landesvorsitzender in Bayern ist er zudem Erster Vorsitzender der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau im Freistaat. Der 56-Jährige ist Naturland Bauer seit 1991. Gemeinsam mit seiner Frau Eveline bewirtschaftet Hubert Heigl einen Familienbetrieb zur ökologischen Ferkelaufzucht mit 90 Sauen und rund 70 Hektar Ackerbau, vornehmlich zur eigenen Futterproduktion.

Über Naturland

Naturland ist einer der größten Öko-Verbände in Deutschland und weltweit und als gemeinnützig anerkannt. Mehr als 100.000 Bäuerinnen und Bauern in 60 Ländern der Erde zeigen, dass ein ökologisches, soziales und faires Wirtschaften im Miteinander ein Erfolgsprojekt ist. Allein in Deutschland gehören rund 4.200 Öko-Betriebe dieser Gemeinschaft an. Weltweit ist die Mehrzahl der Naturland Bauern in kleinbäuerlichen Kooperativen und Erzeugergemeinschaften organisiert. Damit steht Naturland wie kein anderer Öko-Verband für den harmonischen Zweiklang von Regionalität und Internationalität in einer globalisierten Welt.

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