Naturland e.V.

Öko-Betrieb aus Mecklenburg-Vorpommern bekommt Umstellungsförderung

nabu preis mv 350David Reinartz aus Bliesekow auf seinem Bio-Kartoffelacker. ©David´s BiohofBeim diesjährigen NABU-Wettbewerb „Gemeinsam Boden gut machen“ konnte sich ein Naturland Betrieb aus Mecklenburg-Vorpommern durchsetzen und erhält mit dem Preisgeld eine Förderung für die Betriebsumstellung auf Öko-Landbau. Der 25-Jährige Naturland Bauer David Reinartz ist Betriebsleiter von „David´s Biohof“, der in Bliesekow in der Nähe von Rostock liegt.

Als ein Nachfolger für einen Ackerbaubetrieb in Bliesekow nahe Rostock gesucht wurde, steckte David Reinartz noch mitten im Studium der Agrarwirtschaft an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden. Doch die Chance, den zu dieser Zeit noch konventionell bewirtschafteten Betrieb zu übernehmen und nach seinen Vorstellungen weiterzuführen, wollte sich der damals 21-Jährige nicht nehmen lassen. „Ich habe mir während meines Studiums viele Gedanken über meine Zukunft gemacht und da war die ökologische Anbauweise der einzig richtige Weg für mich, denn ich sehe sie als zukunftsfähigste und nachhaltigste Art der Landwirtschaft an“, sagt David Reinartz.

Umstellungsplan als Studienprojekt

Gemeinsam mit zwei Kommilitonen machte er im Rahmen eines Studienprojekts einen Umstellungsplan für den 217 halogo c davids biohof großen Ackerbaubetrieb in Bliesekow und während der vorlesungsfreien Zeit arbeitete er auf dem Hof. Nach Abschluss seines Studiums 2018 übernahm Reinartz den Hof vollständig und begann sogleich mit der Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung. Auch einen neuen Namen erhielt der Betrieb in diesem Zuge. „Ich will regionale, qualitativ hochwertige Lebensmittel erzeugen und dafür auch mit meinem Namen stehen,“ erklärt David Reinartz die Wahl des Hofnamens „David´s Biohof“.
Für die Zukunft plant Reinartz einen Ausbau der Direktvermarktung. Bisher verkauft er seine Hoferzeugnisse wie Bio-Kartoffeln noch ab Hof und bei einigen regionalen Verkaufsstellen. Die Nähe zu Rostock bietet ihm die Chance, eine viel größere Kundschaft zu erreichen. „Mit dem Ausbau der Direktvermarktung in Richtung Rostock will ich eine Verbindung zwischen Stadt und Land schaffen. Der Kontakt zu meinen Kunden und die positiven Rückmeldungen über Qualität und Geschmack meiner Produkte bringen mir immer wieder viel Freude,“ erzählt der Junglandwirt.

Mit den Bio-Kartoffeln auf Facebook

Dass er als Direktvermarkter auch digital präsenter werden muss, ist ihm klar. „Dies sehe ich als wichtigen Schritt im Rahmen der Direktvermarktung an, vor allem bei einem Neuaufbau, wie ich es plane,“ sagt der 25-Jährige. Wie wichtig soziale Medien für die Vermarktung sind, wurde ihm noch einmal deutlich, als er unlängst auf der Straße mit folgendem Satz angesprochen wurde: „Wir kennen uns zwar nicht, aber Du und Deine Kartoffeln wurden mir auf Facebook angezeigt.“ Und künftig soll das Sortiment auf „David´s Biohof“ noch sehr viel breiter werden. Mit dem Anbau neuer Kulturen will Reinartz noch in diesem Jahr starten, darunter Zwiebeln, Rote Beete, Süßkartoffeln und Hanf.
Das Preisgeld vom NABU-Wettbewerb kommt für Reinartz nach der schwierigen Umstellungszeit genau zum richtigen Zeitpunkt. „Durch den Start in die Direktvermarktung stehen bei mir einige Investitionen an. Einen Teil der Förderung habe ich in eine gebrauchte Sortier- und Verpackungsanlage für meine Kartoffeln investiert, einen weiteren Teil werde ich für den Ausbau der Direktvermarktung sowie Spezialtechnik für die neuen Kulturen verwenden,“ erklärt Reinartz. Neben dem Preisgeld freut sich der Junglandwirt aber auch über die Anerkennung: „Mich hat sehr gefreut, dass auch andere an mein Konzept glauben und mich darin bestätigt haben, dass mein Weg der Richtige ist.“

Über den Wettbewerb „Gemeinsam Boden gut machen“

Der alljährlich stattfindende NABU Wettbewerb, der von Unternehmen wie Alnatura und REWE unterstützt wird, soll Betriebe, die frisch auf Öko-Landbau umgestellt haben, bei der Finanzierung der Umstellung unterstützen und damit den Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen in Deutschland steigern. Besonders die Umstellungsphase ist für viele Öko-Betriebe mit hohen Investitionskosten verbunden. Zusammen mit neun anderen Umstellern gehört „David´s Biohof“ zu den insgesamt zehn prämierten Öko-Betrieben, die sich in diesem Jahr das Preisgeld teilen dürfen.

Über Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.

Naturland ist einer der größten Öko-Verbände in Deutschland und weltweit und als gemeinnützig anerkannt. Mehr als 100.000 Bäuerinnen und Bauern in knapp 60 Ländern der Erde zeigen, dass ein ökologisches, soziales und faires Wirtschaften im Miteinander ein Erfolgsprojekt ist. In Deutschland wirtschaften 4.200 Betriebe nach den Naturland Richtlinien, davon knapp 50 Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern. Weltweit ist die Mehrzahl der Naturland Bauern in Kleinbauernkooperativen und Erzeugergemeinschaften organisiert. Damit steht Naturland wie kein anderer Öko-Verband für den harmonischen Zweiklang von Regionalität und Internationalität in einer globalisierten Welt.

 

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