Naturland e.V.

Naturland Delegierte begrüßen Partnerschaft mit Landesbund für Vogelschutz

schaeffer 350Norbert Schäffer, 1. Vorsitzender LBV (Quelle: Naturland e.V.)

Gräfelfing – Der Öko-Landbau ist ein zentrales Instrument für mehr Artenschutz in der Landwirtschaft. Mittels gezielter Maßnahmen können aber auch Öko-Betriebe oft noch mehr tun, um die Biodiversität auf ihren Äckern und Wiesen konkret voranzubringen. Um die Leistungen der Naturland Betriebe für die Artenvielfalt weiter zu stärken, wird der Öko-Verband deshalb künftig eng mit dem Landesbund für Vogelschutz Bayern e.V. (LBV) zusammenarbeiten.

„Unser Anspruch als Öko-Verband ist es, dass wir mehr leisten für Umwelt, Klima, Tierschutz und Biodiversität“, sagte Naturland Präsident Hubert Heigl bei der Vorstellung der Partnerschaft auf der Naturland Delegiertenversammlung am Dienstag in Gräfelfing: „Deshalb müssen wir Öko-Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam denken, als einander bedingende und ergänzende Teile desselben Systems“, unterstrich Heigl.

Initialzündung für die Partnerschaft war die gemeinsame Arbeit am Runden Tisch zum Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern. Ziel des ersten gemeinsamen Projekts ist es, alle deutschen Naturland Betriebe bei der Förderung der Artenvielfalt zu unterstützen.

LBV-Chef Schäffer: Artenvielfalt auch für Öko-Landbau eine Herausforderung

„Der Verzicht auf Pestizide und synthetische Dünger ist ein sehr wichtiger Beitrag des Öko-Landbaus zum Schutz von Boden, Wasser, Luft und Klima. Doch der dramatische Rückgang der Artenvielfalt auf Feldern und Wiesen hängt eng mit dem Verlust an Strukturen und den sehr dichten Beständen der Feldfrüchte zusammen: Es ist auch für die Öko-Landwirtschaft eine große Aufgabe, mehr Lebensräume für das Überleben der Arten zur Verfügung herzustellen“, sagte der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer in seiner Gastrede zum Auftakt der Naturland Delegiertenversammlung.

Praxisorientierte Biodiversitätsberatung

Mit der Entwicklung einer praxisorientierten Biodiversitätsberatung hat das erste gemeinsame Projekt im Rahmen der im Sommer vereinbarten Partnerschaft bereit begonnen. Ab dem kommenden Frühjahr werden zunächst die Kolleginnen und Kollegen der Fachberatung für Naturland von Experten des LBV geschult. Die FachberaterInnen tragen ihr Wissen dann bundesweit in die Naturland Betriebe. Im Mittelpunkt stehen dabei konkrete und im jeweiligen Betriebsablauf realistische Maßnahmen, mit deren Hilfe Artenschutz und biologische Vielfalt wirklich effektiv vorangebracht werden können.

„Wir wollen das Fachwissen des LBV als Naturschutzverband nutzen, um unsere Anbausysteme in der konkreten betrieblichen Praxis zu optimieren. Das tun wir, indem wir über die Fachberatung an die Betriebe herantreten und gemeinsam Maßnahmen erproben, deren Erfolg wir im Laufe der Zeit auch evaluieren“, erläuterte Naturland Präsident Heigl.

„Es ist auch für die Betriebe wichtig zu sehen, dass ihr Engagement sich lohnt“, ergänzte LBV-Chef Schäffer: „Wir wollen deshalb Maßnahmen, bei denen wir wissen, das bringt etwas für die biologische Vielfalt, es ist durchführbar, realistisch und auch finanziell möglich. Um das zu zeigen, wollen wir in einem späteren Schritt vielleicht auch ein Netzwerk mit Naturland Höfen der Artenvielfalt aufbauen.“

Über die Naturland Delegiertenversammlung

Naturland ist einer der bedeutendsten Öko-Verbände weltweit, mit Mitgliedsbetrieben in 60 Ländern der Erde. Allein in Deutschland gehören 4.000 Erzeuger dieser Gemeinschaft an. Außerhalb Deutschlands sind die meisten der Bäuerinnen und Bauern in einer von über 140 Naturland Kleinbauern-Kooperativen oder Erzeugergemeinschaften zusammengeschlossen.

Die Naturland Delegiertenversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium des Verbands und tagt zwei Mal pro Jahr. Ihm gehören 30 Naturland Bäuerinnen und Bauern aus Deutschland sowie aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa (ohne Deutschland) an. Die Interessen der internationalen Naturland Betriebe werden zusätzlich durch das World Advisory Board vertreten, welches das Naturland Präsidium in Fragen der internationalen Ausrichtung und Entwicklung des Verbands berät.

Über den LBV

Der LBV ist Bayerns größter und ältester Verband für Arten- und Biotopschutz. Mittlerweile hat er 101.000 Mitglieder und Förderer. Mit 30 Geschäftsstellen, 17 Umweltstationen und 4.000 ehrenamtIich Aktiven engagiert sich der LBV im Naturschutz und der Bildung für nachhaltige Entwicklung. In zahlreichen Projekten arbeitet der LBV eng mit Landwirten zusammen.

Ein Interview mit Naturland Präsident Hubert Heigl und LBV Vorsitzendem Norbert Schäffer über die gemeinsame Zusammenarbeit können Sie hier nachlesen.

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