Naturland e.V.

Naturland zu GAP-Richtungsbeschlüssen in Europäischem Rat und Parlament

hubert heigl 250Gräfelfing, 21.10.2020 – Als Verrat an Umwelt- und Klimaschutz kritisiert der Öko-Verband Naturland die Beschlüsse von EU-Agrarrat und EU-Parlament zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). „Mit diesem Anti-Reform-Deal wird nicht die Zukunft der europäischen Landwirtschaft gestaltet, sondern ihre Vergangenheit auf Jahre hinaus festgeschrieben“, sagte Naturland Präsident Hubert Heigl am Mittwoch in Gräfelfing.

Wie Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Beschlüsse der Mitgliedsländer dabei auch noch als „Meilenstein für einen Systemwechsel“ verkaufen könne, sei ihm völlig schleierhaft. „Tatsächlich erleben wir hier einen Frontalangriff auf den Green Deal der EU-Kommission", sagte Heigl. 

Staatsminister Glauber zeichnet Öko-Ochsenmäster mit Ammenaufzucht für besonders hohes Tierwohl-Engagement aus

tierschutzpreis mayr 250München – Der Naturland Betrieb von Familie Mayr aus Riegsee im Landkreis Garmisch-Partenkirchen erhält den diesjährigen Tierschutzpreis der Bayerischen Staatsregierung. Der Öko-Betrieb wird damit für seine besonderen Verdienste um den Tierschutz in der Nutztierhaltung geehrt.

Auf dem Öko-Betrieb werden die Kälber von Ammenkühen auf der Weide aufgezogen, dabei setzen Mayrs auf regionale Rassen wie Fleckvieh und die vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse Murnau-Werdenfelser. Das Bio-Ochsenfleisch wird unter der Marke "Riegseer Weideochse" an die regionale Gastronomie vermarktet.

Naturland zu GAP-Verhandlungen im Europäischen Rat und Parlament

hubert heigl 250Gräfelfing, 16.10.2020 – In Brüssel wird Anfang der Woche über die künftige Ausrichtung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) entschieden. Der Öko-Verband Naturland fordert vom EU-Parlament, dem EU-Agrarrat und der deutschen Ratspräsidentschaft endlich klare Signale für eine enkeltaugliche Landwirtschaft. Sonst droht ein jahrelanger Stillstand - und damit mehr Artensterben, mehr Höfesterben und weniger Klimaschutz.

„Der Umbau der Landwirtschaft ist lange überfällig und die EU-Kommission hat mit ihrem Green Deal auch die richtige Richtung vorgegeben. Aber der Umbau wird nicht gelingen, wenn die GAP nicht wirklich an den Zielen des Green Deals ausgerichtet ist. Und da reicht das, was bislang an Vorschlägen auf dem Tisch liegt, bei weitem nicht aus“, sagte Naturland Präsident Hubert Heigl am Freitag in Gräfelfing mit Blick auf die bevorstehenden Abstimmungen im EU-Agrarrat und im EU-Parlament.

Naturland zur Länder-Agrarministerkonferenz am 23.-25.09. in Weiskirchen

hubert heigl 250Gräfelfing – Naturland sieht Bund und Länder in der Pflicht, die Pläne für ein freiwilliges deutsches Tierwohlkennzeichen zu beerdigen und auf eine europäische Lösung zu setzen. Denn spätestens seit der Europäischen Agrarministerkonferenz Ende August in Koblenz ist klar, dass die Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission ein europäisches Tierwohlkennzeichen wollen.

Mit der Eier-Kennzeichnung existiert schon heute eine erfolgreiche, im Markt erprobte Systematik. Diese müsse jetzt auf eine verpflichtende europäische Kennzeichnung für Fleisch übertragen werden, forderte der Naturland Präsident Hubert Heigl. 

Geplante Änderungen in EU-Öko-Verordnung vervielfachen Zertifizierungskosten für Kooperativen – Gemeinsamer Brief von Fairhandelsakteuren

Kakao Qualitaetskontrolle SaoTome 250Gräfelfing, 15.09.2020 – Ob Kaffee, Kakao, Bananen oder Rohrzucker: Viele Bio-Produkte unseres täglichen Bedarfs werden von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in den Ländern des globalen Südens erzeugt. Faire Preise sind für sie ebenso wichtig, wie eine sichere und kostengünstige Zertifizierung.

Genau hier drohen geplante Änderungen im Kontrollsystem der EU nun aber ausgerechnet die kleinbäuerlichen Betriebe finanziell massiv zu belasten. In einem gemeinsamen Brief appellieren Naturland, das Forum Fairer Handel, das Fairhandelshaus GEPA und Fairtrade Deutschland deshalb an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, sich in Brüssel für praktikablere Lösungen einzusetzen.

Impfung gegen Ebergeruch im Öko-Landbau weiter ermöglichen

ebermast 250Zum Ende dieses Jahres tritt der gesetzlich beschlossene Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration in Deutschland in Kraft. Durch den Beschluss einiger Bundesländer, die seit 2010 für den Öko-Landbau zugelassene Impfung gegen Ebergeruch zu verbieten, ist der gesamte Ausstieg gefährdet.

Naturland, die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz und PROVIEH fordern die Bundesländer auf, ihren unkoordinierten Ausstieg aus der Impfung gegen Ebergeruch im Öko-Landbau bis zur endgültigen Klärung mit der EU-Kommission zurückzunehmen.

Zurück auf Anfang: Gemeinsame Europäische Agrarpolitik braucht Neustart statt Bürokratieübung

demo koblenz 250Vom 30. August bis zum 1. September 2020 treffen sich die europäischen Agrarminister, auf Einladung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in Koblenz. Anlässlich dieses Treffens fordert Naturland Präsident und Öko-Landwirt Hubert Heigl von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, sich für einen radikalen Neustart der Verhandlungen zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) einzusetzen.

Das Bündnis "Wir haben es satt, in dem sich auch Naturland engagiert, ruft am 30. August in Koblenz zu einer Demonstration für einen echten Systemwechsel in der europäischen Agrarpolitik auf. Das Bündnis fordert, dass Fördergelder nur noch für insektenfreundliche und klimaschonende Landwirtschaft ausgegeben werden.

Impfverbot für Öko-Betriebe würde Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration gefährden

Ferkel 250Zum Ende dieses Jahres tritt der gesetzlich beschlossene Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration in Deutschland in Kraft. Kurz vor diesem Datum droht nun die Entscheidung der Länderarbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (LÖK), die seit 2010 für den Öko-Landbau zugelassene Impfung gegen Ebergeruch zu verbieten, den gesamten Ausstieg zu gefährden.

Deshalb appellieren Naturland, die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz und der Tierschutzverband PROVIEH sowie die REWE Group gemeinsam an die AgrarministerInnen der Länder, das Verbot zu stoppen und an Bundesministerin Klöckner, die deutsche EU-Ratspräsidentschaft dazu zu nutzen, sich in Brüssel aktiv für das Tierwohl einzusetzen.