Naturland e.V.

„Dresdner Erklärung“: Öko-Erzeugerverbände werfen Schmidt mangelnde Glaubwürdigkeit vor

Felix Loewenstein 350Felix Löwenstein (Foto: Heeremann)Der Agrarhaushalt der Bundesregierung für das kommende Jahr ist aus Sicht der Öko-Branche von mangelndem Ehrgeiz und fehlenden Zukunftsperspektiven geprägt. Der Entwurf, der vom Bundeskabinett verabschiedet wurde, biete „keine Antworten auf die Krise der deutschen Landwirtschaft“, kritisierte Felix Prinz zu Löwenstein, BÖLW-Vorsitzender und langjähriges Naturland Präsidiumsmitglied. Die im BÖLW zusammengeschlossenen Öko-Erzeugerverbände verabschiedeten am Donnerstag (7. Juli) in Dresden eine gemeinsame Erklärung zu dem Haushaltsentwurf.

Darin werfen die Verbände, darunter Naturland, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt mangelnde Glaubwürdigkeit in seinem Engagement zur Ausweitung des Öko-Landbaus vor. Hintergrund ist, dass Schmidt zwar einerseits eine „Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau“ angekündigt hat, um das Ziel von 20 Prozent Öko-Landbau zu erreichen, genau dafür aber nun im Haushalt keine neuen Mittel zur Verfügung stellt, obwohl der Agraretat insgesamt um 300 Millionen Euro ansteigen soll.

Das sei aus Sicht der Öko-Bauern „nicht nur unerträglich, sondern nimmt der Strategie jede Glaubwüdigkeit“, heißt es in der „Dresdner Erklärung“. In Zeiten der Krise der konventionellen Landwirtschaft werde der Öko-Landbau mehr und mehr zu einer realistischen Alternative für konventionelle Betriebe. Doch statt auf diesem Weg konsequent voranzuschreiten, fahre Schmidt ausgerechnet das Instrument, mit dem man den Öko-Landbau stärken könnte – das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) – weiter auf Sparflamme.

Bundestag muss handeln: Aufstockung des BÖLN auf 60 Millionen Euro gefordert

Dagegen hatte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband eine Aufstockung des BÖLN von jetzt 17 Millionen Euro auf 60 Millionen Euro eingefordert. Damit sollte insbesondere der Quantensprung im Bereich der Forschung ermöglicht werden, der jetzt nötig ist.

In der „Dresdner Erklärung“ fordern die acht unterzeichnenden BÖLW-Mitgliedsverbände deshalb die Abgeordneten des Bundestags auf, im Zuge der nun anstehenden Haushaltsberatungen im Parlament das BÖLN doch noch aufzustocken. „Der Bundestag muss jetzt den Ehrgeiz aufbringen, den Minister Schmidt vermissen lässt“, fügte der BÖLW-Vorsitzende Löwenstein hinzu.

file ico Zur Dresdner Erklärung der Öko-Verbände.

file ico Zur Pressemitteilung des BÖLW.