Naturland e.V.

Felix Löwenstein zum Gutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen

Felix Loewenstein 350Felix Löwenstein (Foto: Heeremann)Blauer Brief für die Bundesregierung: Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) kritisiert die deutsche Agrarpolitik als „Negativbeispiel“ auf dem Weg zu einem nachhaltigen Umbau der Industriegesellschaft. „Das schlechte Zeugnis für die deutsche Agrarpolitik überrascht nicht“, kommentiert Felix Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und langjähriges Naturland Präsidiumsmitglied, das Gutachten der Wissenschaftler, das am Dienstag (10.5.) in Berlin vorgestellt wurde.

Aus Sicht der Umwelt-Sachverständigen schädigt insbesondere der wachsende Einsatz von Pestiziden lebenswichtige Ressourcen wie die Artenvielfalt – in der Kulturlandschaft unter anderem Feldvögel, Bienen, Hummeln, Amphibien oder Wildkräuter. Laut SRU sollten deshalb nicht-zukunftsfähige Systeme wie die hochindustrielle Landwirtschaft mithilfe geeigneter Instrumente und Maßnahmen schrittweise zurückgedrängt werden. Für die Verringerung des Pestizid-Einsatzes schlägt das Gremium die Einführung einer Abgabe auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, Monitoring, Beratung, pestizidfreie Pufferzonen und Refugien sowie die Ausweitung des Ökolandbaus vor.

Das Gutachten mache einmal mehr deutlich, dass „Agrarpolitik kein Schönwetterthema" sein dürfe, unterstrich Löwenstein: „Auch wenn manche Menschen glauben, das Thema sei nur Marketing für Öko-Produkte oder Hobby von Umweltaktivisten, sind die Verschmutzung und Zerstörung von lebenswichtigen Ressourcen wie Wasser und Artenvielfalt durch Pestizide zentrale Probleme unserer Zeit. Durch Pestizidschäden werden der Allgemeinheit und künftigen Generationen enorme Kosten aufgebürdet.“

Die Probleme seien allerdings lösbar, wenn die Bundesregierung endlich den Fuß von der Öko-Bremse nehme. „Die Bundesregierung muss eine zukunftsfähige Agrarpolitik gestalten, indem sie umweltfreundliches Handeln honoriert und schädliche Praktiken unterbindet. Der SRU benennt Maßnahmen für den nachhaltigen Umbau wie etwa eine Pestizidabgabe und mehr Öko-Landbau,“ sagte der BÖLW-Vorsitzende.

Der SRU, der mit sieben Professorinnen und Professoren unterschiedlicher Fachdisziplinen besetzt ist, berät die Bundesregierung in Fragen der Umweltpolitik. Alle zwei Jahre erarbeitet der Rat sein Umweltgutachten.

file ico Zur Pressemitteilung des BÖLW.

Das komplette SRU-Gutachten zum Download finden Sie hier.