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Naturland International

Gesunde Böden sind der Schlüssel zur Ernährungssicherung. Sie schützen Klima und Wasser und beherbergen ein Viertel der Biodiversität unseres Planeten. Ihre Bedeutung soll das Internationale Jahr der Böden vergegenwärtigen, das die UNO für 2015 ausgerufen hat. Weil für den Ökolandbau die Bewahrung der lebenswichtigen Ressource Boden seit jeher im Mittelpunkt steht, veranstaltet die Naturland Fachberatung regelmäßig die „Ausbildung zum Bodenpraktiker“ und die Naturland Ackerbautagung.

Auch 2015 können Naturland Bauern erneut ihr Wissen über den Boden und seine Pflege vertiefen. Als Startschuss dreht sich auf der Grünen Woche im Januar auf der Naturland Aktionsfläche alles um das Thema Boden.

Dass fruchtbarer Boden endlich und zugleich fundamental im Kampf gegen Hunger, Artenschwund und Klimawandel ist, kommt zunehmend auch im Bewusstsein der Öffentlichkeit an. Um weltweit auf die Notwendigkeit der Bodenbewahrung aufmerksam zu machen, erklärt die Generalversammlung der Vereinten Nationen 2015 zum Internationalen Jahr der Böden. Denn unser Boden, Speicher von Kohlenstoff, Nährstoffen und Wasser, ist bedroht: Pro Jahr verlieren wir aufgrund von falscher landwirtschaftlicher Nutzung, Schadstoffkontamination und Überbauung weltweit etwa 6 Millionen Hektar an ertragreichem Ackerland. Diesem Verlust steht der steigende Bedarf an Boden entgegen: Das Bevölkerungswachstum führt zu einer erhöhten Nachfrage nach Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen.

 

Know-how für Bodenschutz
Der Öko-Landbau leistet einen beträchtlichen Beitrag zu gesunden Böden. Durch ihre Wirtschaftsweise mit vielfältigen Fruchtfolgen und den Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide fördern Öko-Bauern das Bodenleben und erhöhen die Bodenfruchtbarkeit. Die Ausbildung zum Bodenpraktiker, die die Naturland Fachberatung jährlich anbietet, setzt sich praxisnah und intensiv mit dem Ökosystem Boden auseinander. Der Lehrgang ermöglicht den Austausch von Erfahrungen und Fachwissen zwischen Praktikern (sowohl gerade umgestellten Betrieben als auch erfahrenen Öko-Erzeugern), Beratern und Wissenschaftlern. Die Unterrichtsblöcke mit praktischen und theoretischen Lerneinheiten finden über das Jahr verteilt zum Großteil im Freien statt und geben Anregungen und Techniken an die Hand, um Boden- und Umweltschutz aktiv und individuell auf dem eigenen Öko-Betrieb umzusetzen.

 

Boden in Aktion
Verbrauchern brachte Naturland das Thema Boden unter anderem auf der Internationalen Grünen Woche, der Leitmesse der Ernährungs- und Landwirtschaft in Berlin, im Januar näher. Eine Boulderwand zum Klettern, ein „Faszinosum Boden“ (hier konnten Schüler eigenhändig Bodenproben nehmen) und ein großes Boden-Memory auf der Naturland Aktionsfläche boten einen abwechslungsreichen Einstieg ins Erdreich. Die Aktionen zeigten Familien mit Kindern, angemeldeten Schulklassen und allen Interessierten, dass Böden mehr sind als Dreck unter unseren Füßen oder tote Materie.