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Naturland International

Am 10. Dezember jährt sich die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zum 70. Mal

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Was für uns eine Selbstverständlichkeit ist, liegt für Millionen von Kleinbauern und Landarbeitern in weiter Ferne. Drei Viertel der Armen und Hungernden dieser Welt leben in ländlichen Regionen. Gerade erst hat der UN-Menschenrechtsrat eine Erklärung über die Rechte von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern angenommen. Sie soll die Durchsetzung der Menschenrechte auf dem Land fördern. Leider hat sich Deutschland, trotz vielfacher Aufforderungen, die UN-Erklärung zu unterstützen, wie die meisten EU-Länder bei der Abstimmung enthalten.

Kleinbauern und Landarbeiter kämpfen um ihr Überleben

Kleinbauern und Menschen die im ländlichen Raum arbeiten und leben produzieren rund 70% unserer Nahrung. Dabei werden sie nicht nur nicht unterstützt, sondern auch massiv behindert. Sie sind eingeschränkt in ihrem Zugang zu natürlichen Ressourcen wie Land und Wasser und angepasste Technologien, Beratung fehlt meist gänzlich. Subventionierte Lebensmittel aus den Industrieländern überschwemmen lokale Märkte, die BäuerInnen müssen ihr Land oftmals vor dem Zugriff Dritter schützen (Landraub) und transnationale Unternehmen kontrollieren allzu oft Lieferketten vom Feld bis ins Regal. Dazu kommt der Klimawandel, der die ohnehin schwierige Situation noch fragiler macht. Die meisten Kleinbauern sind Frauen, aber nur wenige von ihnen besitzen Landtitel.

Bäuerliche Landwirtschaft eine Zukunft geben

Kleinbäuerliche Landwirtschaft ist aber viel mehr als reine ökonomische Aktivität. Sie verbessert die Ernährungssituation, reduziert Armut und mindert die Folgen des Klimawandels durch umweltverträglichen Anbau. Nicht umsonst haben die Vereinten Nationen die Jahre 2019-2028 bereits zur „Dekade der bäuerlichen Familienbetriebe“ erklärt. Das bestätigt einmal mehr, dass kleinbäuerliche Landwirtschaft eine Alternative zur industriellen Landwirtschaft ist, die der Umwelt verheerenden Schaden zugefügt hat. Gängige Handels- und Landwirtschaftspolitiken fördern aber immer noch große, industrielle Agrarbetriebe, obwohl es im wesentlichen Kleinbauern sind, die die Welt ernähren. Sie sind das Rückgrat der Welternährung.

Vorrang für Kleinbauern bei Naturland Fair

Deshalb war das Menschenrechtstag Spruch2 350x233Naturland Engagement für den Öko-Landbau nicht nur von Anbeginn international ausgerichtet, sondern auch eng verflochten mit dem Fairen Handel und trägt dieser Bedeutung heute mit der Naturland Fair Zertifizierung Rechnung. Unternehmen mit Naturland Fair Produkten berücksichtigen und bevorzugen beim Einkauf von Rohstoffen aus wirtschaftlich benachteiligten Regionen Waren von Kleinbauernorganisationen. Unternehmen mit Naturland Fair zertifizierten Produkten setzen sich dafür ein, politische und wirtschaftliche Hürden abzubauen, die der Entwicklung der Kleinbauern im Wege stehen. Sie unterstützen die Erzeugerorganisationen durch Bildungs- bzw. Informationsarbeit und vertreten deren Interessen in der Öffentlichkeit.

Naturland verbindet ökologischen Anbau und Soziale Verantwortung

Die Einhaltung der grundlegenden Menschenrechte ist leider gerade auch in landwirtschaftlichen Lieferketten oft nicht gewährleistet. Naturland hat das schon früh erkannt und 2005 die Öko-Richtlinien mit Richtlinien zur Sozialen Verantwortung erweitert, so dass die sozialen Bedingungen bei allem Naturland zertifizierten Betrieben und Verarbeitern weltweit im Rahmen der Öko-Kontrolle geprüft werden. Bezugnehmend auf UN-Konventionen zu Menschen- und Kinderrechten sowie die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) regeln sie Arbeitsbedingungen und den Schutz der Mitarbeiter. Dazu gehören das Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit und jeglicher Zwangsarbeit sowie die Zusicherung von Versammlungsfreiheit und Zugang zu Gewerkschaften. Weitere Schwerpunkte sind Maßnahmen zum Schutz von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie Angebote zur Weiterbildung.