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Naturland International

4. Weltkakao-Konferenz in Berlin – Gegendemo angekündigt

Kakaobauer Kamerun gro

Gräfelfing / Berlin – Für über fünf Millionen Kleinbauern, die Mehrheit davon aus Westafrika, ist Kakao die Haupteinnahmequelle. Um ihr Schicksal geht es, wenn sich vom 22.-25. April in Berlin rund 1.500 Akteure der Kakaobranche zur 4. Weltkakao-Konferenz treffen. Naturland fordert die Konferenzteilnehmer auf, ihre Verantwortung ernst zu nehmen und konkrete Entscheidungen zugunsten der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zu treffen.

„Wer Hunger, Armut und missbräuchliche Kinderarbeit im Kakaosektor beenden will, muss für existenzsichernde Einkommen der Kakaoproduzenten sorgen. Das geht nur mit fairen Mindestpreisen und Planungssicherheit durch langfristige Lieferverträge, die die Kleinbauern und ihre Familien vor den extremen Preisschwankungen auf dem Weltmarkt für Kakao schützen“, sagte Naturland Präsident Hubert Heigl im Vorfeld der Konferenz.

Protest-Demonstration am 23. April in Berlin

Tatsächlich ist ein offizielles Ziel der Konferenz, die vom Bundeslandwirtschaftsministerium gemeinsam mit der Internationalen Kakaoorganisation ICCO ausgerichtet wird, die Erhöhung des Anteils an nachhaltig erzeugtem Kakao, um die Lebensbedingungen der Kleinbauern zu verbessern. Aber was ist nachhaltiger Kakao? Trotz unzähliger Programme und Initiativen bleibt das weltweite Kakaogeschäft weiter knallhart. Die Kakaobauern sind Spekulationen auf dem Weltmarkt und dem Preisdruck einiger weniger großer Konzerne ausgeliefert.

Wirksame Maßnahmen gegen Armut und Kinderarbeit fordern deshalb auch die Organisatoren einer Demonstration am Rande der Konferenz. Der Protestzug, zu dem u.a. das Forum Fairer Handel aufgerufen hat, beginnt am Montag, den 23. April um 11.00 Uhr an der Neuen Nationalgalerie. Zum Abschluss ist eine Kundgebung vor dem Tagungsort der Konferenz, dem Maritim Hotel, geplant.

Öko und Fair setzt auf produktive ökologische Vielfalt und gute Preise

„Nachhaltig ist Kakaoanbau erst dann, wenn das Anbausystem ökologisch ist und die Bauern einen fairen Preis bekommen“, betont Naturland Präsident Heigl. Weltweit bauen über 4.000 Naturland Bauern auf mehr als 13.000 Hektar Öko-Kakao in Mischkultur an. Naturland setzt dabei auf einen diversifizierten Kakaoanbau mit einer Vielzahl von Schattenbaumarten. Dieses naturnahe Anbausystem bietet vielen Nützlingen Lebensraum und trägt so zur Schädlingskontrolle bei. Zugleich liefert der Anbau in Mischkultur neben Kakao auch Zitrusfrüchte, Bananen, Avocados sowie Brenn- und Bauholz für die Selbstversorgung der Familien oder für den Verkauf auf dem lokalen Markt und somit für ein zusätzliches Einkommen. Verlässliche langjährige Kooperationen mit Partnerorganisationen des Fairen Handels bieten den Naturland Bauern Planungssicherheit und faire Kakaopreise

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