Fairer Handel immer gefragter

FFH Juli2019 Menschenv.l.n.r: Manuel Blendin, Katrin Frank, Jakob Sichler

Berlin/Gräfelfing – Der Faire Handel wächst, aber geschätzte 99 Prozent des Handels sind weiterhin nicht fair sind. "Dieser geht noch viel zu häufig zu Lasten von Mensch und Umwelt“, erklärte Manuel Blendin, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel im Rahmen der Pressekonferenz am 17. Juli 2019 in Berlin. Das betrifft insbesondere KleinbäuerInnen und deren Familien im Globalen Süden, aber auch die bäuerliche Landwirtschaft in Deutschland und Europa. Was das für die bäuerlichen Familien konkret bedeutet, erläuterte Jakob Sichler, Naturland Milchbauer aus dem Berchtesgadener Land.

Im Geschäftsjahr 2018 gaben die VerbraucherInnen in Deutschland 1,7 Milliarden Euro für Produkte aus Fairem Handel aus. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 15 Prozent. „Weil faire Preise und eine wirtschaftliche Perspektive keine Frage der Geografie, sondern der Gerechtigkeit sind, gewinnt der Faire Handel als Alternative auch im Globalen Norden an Bedeutung“, stellte Blendin fest.
Fairer Handel am Beispiel der Milchbauern
Aus der Perspektive der Bauern im Norden erklärt Jakob Sichler: „Fairer Handel heißt für mich, von der Arbeit, die ich liebe, auch vernünftig leben zu können. Dazu gehört vor allem auch Planungssicherheit. Damit auch die nächste Generation eine Perspektive auf dem Hof hat“. Sichler liefert seine Milch an die genossenschaftlich organisierte Molkerei Berchtesgadener Land und erhält dafür überdurchschnittliche Preise – denn seine Milch steht später mit dem Naturland Fair Zeichen im Kühlregal. Die Molkerei nimmt auch kleinen Bauernhöfen in entlegenen und schwer erreichbaren Bergregionen die Milch ab. Und sichert so den Fortbestand kleinbäuerlicher Landwirtschaft in der Region. Mehr Infos zum Wachstum des Fairen Handels und der Bedeutung von Fair im Norden finden sie in der Pressemitteilung des Forums Fairer Handel. file ico Pressemitteilung zum Download

Bayerische Eine Welt-Tage und Fair Handels Messe Bayern in Augsburg
Dass der Fairere Handel keine Frage der Geographie ist, zeigt Naturland auch im Rahmen der Bayerischen Eine Welt-Tage am 19./20. Juli 2019 in Augsburg. Dabei kommen die Akteure des Fairen Handels mit Politikern und interessierten Verbrauchern zusammen. Am Infostand von Naturland können interessierte Verbraucher mehr zu Naturland Fair erfahren und auch warum Naturland den Fairen Handel auf den Norden ausgeweitet hat. Außerdem bieten die Naturland Mitarbeiterinnen Viktoria Ganss und Agnes Bergmeister einen Workshop im Rahmen des Fairtrade-Schools-Vernetzungstreffen an: Fragen an die öko-faire Schokomilch
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