Biodiversität

Die Landwirtschaft ist weltweit einer der Hauptverursacher für den Verlust an biologischer Vielfalt. Monotonie und Intensivierung (der Landnutzung), Pestizide und ein sehr hoher Stickstoffeinsatz sind die Hauptgründe für den dramatischen Artenschwund in der heimischen Feldflur. Neue Zuchtmethoden und damit zu erzielende Fortschritte führen dazu, dass die genetische Verschiedenartigkeit der verwendeten Rassen bzw. Linien drastisch abnimmt.

Die ökologische Landwirtschaft dagegen schützt und fördert die biologische Vielfalt, wie unzählige Untersuchungen zeigen. Sie ist auch sehr viel stärker auf die Möglichkeiten der Selbstregulation angewiesen, die mit einer großen Vielfalt einhergeht. Der Verzicht auf chemisch- synthetische Pestizide, organische Düngung, Begrenzung der Düngermenge und des Viehbesatzes sowie vielfältige Fruchtfolgen sind Faktoren, die eindeutig die biologische Vielfalt begünstigen. Auch in der Tierhaltung wird (noch) eine breitere Basis an Rassen und Linien genutzt und die einseitige Ausrichtung von Züchtungsprogrammen auf ein Leistungsmerkmal immer wieder in Frage gestellt.

Obwohl der Ökolandbau insgesamt einen klaren Systemvorteil mit messbar positiven Folgen hat, gibt es durchaus auch für ihn noch Optimierungspotenzial. Die dem Anbausystem an sich schon innewohnenden Stärken bzw. Vorteile können durch gezielte Maßnahmen z.T. noch deutlich gesteigert werden. Gerade unter den Bedingungen des Öko-Landbaus erweisen sich weiterführende zielgerichtete Maßnahmen als besonders fruchtbar – allerdings gehen sie nicht selten auch mit Zielkonflikten einher, die Ertragseinbußen und oder Bewirtschaftungserschwernisse mit sich bringen. Da diese besonderen Leistungen aber von größtem Interesse für das Allgemeinwohl sind (in Zeiten des rapiden Verlusts von Biodiversität umso mehr), sollte die Gesellschaft diese zumindest unterstützen bzw. fördern und so zumindest einen Teil der damit verbundenen Kosten kompensieren.

Der Anteil naturnaher Flächen und Lebensräume ist von entscheidender Bedeutung für die Erhaltung der Biodiversität. Insbesondere in ausgeräumten und strukturarmen Feldfluren sind Hecken, Feldgehölze, arten- und strukturreiche Wiesen und Weiden, Brachflächen, etc. als Lebensraum für Flora und Fauna überlebenswichtig. Der Ökolandbau leistet hier bereits einen großen Beitrag – durch gezielte Maßnahmen könnte er sogar noch viel mehr erreichen. Hier sind wir alle gemeinsam gefordert, dass Unsere für die Welt künftiger Generationen beizusteuern. 

Viele engagierte Naturland Mitglieder erbringen, bereits heute zusätzliche Leistungen bei der Förderung der Biodiversität. Es ist Naturland ein großes Anliegen, die Betriebe weiter für die Belange des Natur- und Artenschutzes zu sensibilisieren, Maßnahmen zur Erhaltung und Steigerung der Biodiversität nach Kräften zu unterstützen – und dort, wo´s heute noch zwickt oder klemmt, Hindernisse aus dem Weg räumen zu helfen. Daher ist der Verband gerade dabei die Art und Umfang bereits vorhandener Biodiversitätsflächen bzw. freiwilliger Leistungen  bei seinen Landwirten abzufragen, um einen Überblick zu erhalten.