Naturland und LBV zum Start der Trilog-Verhandlungen zur GAP in Brüssel

Dr Norbert Schaeffer pm klein10.11.20 – Natur und Landwirtschaft stecken in Deutschland und Europa in einer tiefen Krise. Das massive Artensterben von Feldvögeln, Insekten und Ackerwildkräutern geht ungemindert weiter und zugleich kämpfen viele Landwirt*innen um ihre wirtschaftliche Existenz. „Mit der zukünftigen GAP muss dem Artensterben endlich Einhalt geboten und die Zukunft einer bäuerlich-ökologischen europäischen Landwirtschaft gesichert werden“, fordern LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer und Naturland Präsident Hubert Heigl.

„Die derzeitigen Vorschläge des EU-Parlaments und der EU-Agrarminister sind nur bedingt geeignet, um die Grundlage für eine enkeltaugliche Landwirtschaft darzustellen“, sind sich Schäffer und Heigl einig.

Naturland und LBV zum Treffen der EU-Agrarminister*innen: nachhaltige Landwirtschaft stärken

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Gräfelfing/Hilpoltstein – GAP-Gelder sind Steuergelder. In den nächsten sieben Jahren gibt jeder EU-Bürger pro Jahr 124 Euro Steuergelder für die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) aus. „Das Geld der europäischen Steuerzahler sollte effektiv für die Umwelt und eine enkeltaugliche Landwirtschaft ausgegeben werden“, fordern der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer und Naturland Präsident Hubert Heigl gemeinsam mit Blick auf die an diesem Montag stattfindende Videokonferenz der europäischen Agrarminister*innen.

Hahnenaufzucht statt „In Ovo“-Selektion - Delegiertenversammlung beschließt Fahrplan für Komplettausstieg aus dem Kükentöten

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Gräfelfing – Bei Naturland soll in Zukunft zu jeder Legehenne auch der dazugehörige Bruder aufgezogen werden. Mit einem entsprechenden Beschluss hat die Naturland Delegiertenversammlung ein klares Signal gegen das Kükentöten und die „In Ovo“-Selektion und für eine ganzheitliche Öko-Hühnerhaltung nach Naturland Richtlinien gesetzt. „Als Öko-Verband ist es unser Anspruch, ganzheitliche Lösungen für das Problem des Kükentötens zu entwickeln. Diese Lösungen, an denen Naturland auch schon lange arbeitet, heißen Zweinutzungshuhn und Bruderhahn“, sagte Naturland Präsident Hubert Heigl.

„Jedes Tier hat einen Wert und deshalb wollen wir auf unseren Betrieben auch jedem Hahn seinen Platz geben“, unterstrich Heigl.

Gemeinsame Kampagne von Naturland und LBV bindet Verbraucher:innen in die Rettung der Artenvielfalt und einer enkeltauglichen Landwirtschaft ein

artenvielfalt button 25026.11.2020 Gräfelfing/Hilpoltstein – Intakte Ökosysteme sind mehr als schöne Landschaften. Sie versorgen uns mit sauberem Trinkwasser, gesunden Böden und Räumen zur Entspannung. Ihre natürliche Vielfalt bildet die Grundlage unseres Lebens. Sie zu erhalten und dem dramatischen Artensterben vor unserer eigenen Haustür etwas entgegenzusetzen, ist eine dringliche Aufgabe, die Landwirtschaft und Naturschutz, Politik und Gesellschaft nur gemeinsam bewältigen können und müssen.

„Dem Artensterben muss endlich Einhalt geboten und die Zukunft einer bäuerlich-ökologischen Landwirtschaft in Europa gesichert werden. Dafür braucht es ein grundlegendes Umsteuern der Politik“, fordern Naturland Präsident Hubert Heigl und Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Staatsminister Glauber zeichnet Öko-Ochsenmäster mit Ammenaufzucht für besonders hohes Tierwohl-Engagement aus

tierschutzpreis mayr 250München – Der Naturland Betrieb von Familie Mayr aus Riegsee im Landkreis Garmisch-Partenkirchen erhält den diesjährigen Tierschutzpreis der Bayerischen Staatsregierung. Der Öko-Betrieb wird damit für seine besonderen Verdienste um den Tierschutz in der Nutztierhaltung geehrt.

Auf dem Öko-Betrieb werden die Kälber von Ammenkühen auf der Weide aufgezogen, dabei setzen Mayrs auf regionale Rassen wie Fleckvieh und die vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse Murnau-Werdenfelser. Das Bio-Ochsenfleisch wird unter der Marke "Riegseer Weideochse" an die regionale Gastronomie vermarktet.

Zusammen mit seinen Partnern Fairtrade International und dem Forum Fairer Handel, in dem auch Naturland Mitglied ist, investiert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in einen Hilfsfonds. Mit über 13 Millionen Euro werden nachhaltig produzierende kleinbäuerliche Betriebe in Entwicklungsländern unterstützt, um in der Corona-Krise Jobs zu erhalten.

Die Initiative ist ein wichtiges Beispiel für eine gelungene Kooperation von zivilgesellschaftlichen Akteuren und dem BMZ. Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller: „Corona macht deutlich, wie eng wir auf der Welt verbunden und wie verwundbar wir sind. Die Ärmsten in den Entwicklungs- und Schwellenländern brauchen unsere Solidarität – erst recht in Krisenzeiten. Ich bin dankbar, dass es uns gemeinsam mit unseren langjährigen Partnern im Fairen Handel gelungen ist, nachhaltig produzierende kleinbäuerliche Betriebe schnell zu unterstützen.“