Erzeuger

regiohuhn 350

Viele einheimische alte Hühnerrassen stehen auf der Roten Liste gefährdeter Nutztierrassen. Die früher einmal wichtigsten Hühnerrassen wurden in den 1960er Jahren durch spezialisierte Mast- und Legehühner verdrängt. 60 Jahre später legt die Gesellschaft viel mehr Wert auf eine artgerechte Haltung, Tierwohl und Nachhaltigkeit.Dies wird durch die stetig steigende Nachfrage nach Produkten aus ökologischer Erzeugung bestätigt. Deshalb sehen wir den ökologischen Landbau in der Vorreiterrolle, die alten einheimischen Hühnerrassen wieder in die Landwirtschaft zu integrieren.

Der Fokus wird dabei auf das sogenannte Zweinutzungshuhn gelegt. Hinter diesem Wort steht die Nutzung der Hennen zum Eier legen und die Bruderhähne zur Fleischerzeugung. Damit wäre ein Töten der männlichen Eintagsküken oder Embryonen im Ei völlig überflüssig.

Zweinutzungshühner haben auch einen Nachteil. Sie können zwar Beides, kommen in ihrer Leistung nicht an die hauptsächlich genutzten Lege- und Mastlinien heran. Ziel des Projektes ist es daher, die Leistung der Kreuzungszuchten soweit zu optimieren, dass eine wirtschaftlich attraktive Nutzbarkeit im landwirtschaftlichen Bereich erreicht wird und so die genetische Vielfalt beim Haushuhn durch die Nutzung in der Geflügelzucht erhalten bleibt. Durch eine Kreuzungszucht soll eine breite Produktvielfalt geschaffen werden, welche einen hohen Regionalbezug durch die Geschichte der Rassen und die Haltung beim lokalen Landwirt hat. Im Projekt soll außerdem geklärt werden, unter welchen praxisrelevanten Möglichkeiten mit den RegioHühnern Lebensmittel produziert werden können. Sowohl für die alten Rassen als auch die Kreuzungstiere sollen Verwendungsmöglichkeiten eruiert werden. Auf diese Weise wollen die Projektpartner Friedrich-Loeffler-Institut für Nutztiergenetik in Mariensee (FLI-ING), die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft/Bayerische Staatsgüter (LfL/BaySG Kitzingen), die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und die Fachberatung für Naturland einen neuen Weg für eine nachhaltigere regionale Geflügelproduktion aufzeigen.

Im RegioHuhn Projekt sollen die lokalen Rassen an Elterntiere der Lege- und Masthybriden angepaart werden, um einen Heterosiseffekt zu erzielen. Dieser Effekt hat die Folge, dass bei den daraus resultierenden Nachkommen Eigenschaften der Eltern sinnvoll kombiniert werden und eine Leistungssteigerung eintritt, wie in ähnlichen Projekten bereits gezeigt wurde. Die Projektpartner haben sich auf die Rassen Altsteirer (wildbraun), Augsburger (schwarz), Bielefelder Kennhuhn (kennsperber), Mechelner, (gesperbert), Ostfriesische Möwe (silberschwarzgeflockt) und Ramelsloher (gelb) verständigt. Das Projekt unterteilt sich in mehrere Stufen:

  1. Erstellung von Reinzuchtherden je Rasse (den sogenannten Nukleusherden) bei den jeweiligen Institutionen. Die Bruteier stammen von privaten Züchtern und Zuchtringen.
  2. Aufzucht der Küken und Prüfung der Legeleistung der Hennen und Mast- und Schlachtleistungsprüfung der Hähne
  3. Anpaarung der reinrassigen Hähne je Rasse an Elterntierhennen der Lege- und Mastlinien zur Produktion von Gebrauchskreuzungen.
  4. Lege-, Mast- und Schlachtleistungsprüfung der Gebrauchskreuzungen bei den Projektpartnern und auf den Betrieben von ökologisch landwirtschaftenden Landwirten.

Unsere Rassehühner als Basis für die Gebrauchskreuzungen:

Bis auf die Bielefelder wurden alle Hühnerrassen im RegioHuhn Projekt bereits vor 1930 in Deutschland nachweislich gezüchtet. Sie kommen ursprünglich aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands und Belgien.

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Das Projekt "RegioHuhn" wird durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft gefördert.