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Naturland International

Naturland Verbandsarbeit, Nachhaltigkeitsziele und Perspektiven für künftige Zusammenarbeit

chinesische delegation 350Die chinesische Delegation zu Besuch in Gräfelfing Am 5. Juli 2017 besuchte eine chinesische Delegation der Provinz Guizhou die Naturland Geschäftsstelle in Gräfelfing. Die Gruppe war im Rahmen eines zweiwöchigen Weiterbildungsprogrammes in Frankfurt und München unterwegs, organisiert vom China Education & Training Center CETC. Ziel der Weiterbildung war es, die Delegation über die landwirtschaftlichen Strukturen, landwirtschaftlichen Verbände und Genossenschaften in Deutschland aufzuklären.

Die Teilnehmer stammten überwiegend aus dem Bereich der Armutsbekämpfung und Entwicklungshilfe, tätig am Poverty Alleviation and Development Office of Guizhou Province. Guizhou liegt im gebirgigen Süden des chinesischen Binnenlandes, am Fuße des Himalaya Gebirges. Die Provinz ist ungefähr halb so groß wie Deutschland und hat rund halb so viele Einwohner wie Deutschland.

Die Provinz ist eine der wirtschaftlich am wenigsten entwickelten Regionen von China. Mehrere Millionen Menschen leben unterhalb der offiziellen Armutsgrenze. Viele davon gehören nationalen Minderheiten an, die mit rund 30 Prozent einen großen Anteil der Bevölkerung in dieser Provinz ausmachen. Dank des milden Klimas ist die Landwirtschaft in Guizhou gut entwickelt. Die Hauptanbauprodukte sind Reis, Mais, Kartoffeln, Tabak und Zuckerrohr. Die Provinz produziert eine große Anzahl verschiedener Heilkräuter und ist eines von vier großen Heilkräuter-Anbaugebieten in China.

Zu Beginn des Treffens führten Bärbel Sagi aus der internationalen Öffentlichkeitsarbeit und Julia Huber, tätig in der Agrarpolitik, zunächst in die Naturland Verbandsarbeit ein. Von den ersten Anfängen über die Zertifizierung von Produkten, den Naturland Sozialstandards und dem Naturland Fair Siegel bis hin zum heutigen weltweiten Netzwerk, präsentierten die beiden Referentinnen Naturland. Ein weiterer Schwerpunkt in den Vorträgen war der Beitrag des ökologischen Landbaus zur Agenda 2030.

Im Anschluss an den Vortrag bestand für die chinesische Delegation die Möglichkeit, Fragen an Naturland Geschäftsführer Steffen Reese zu stellen, der zunächst das Deutsch-Chinesische Agrarzentrum (DCZ), eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und des chinesischen Landwirtschaftsministeriums (MOA) und die Naturland Aktivitäten in China vorstellte. Nach einem regen Austausch waren sich Gäste und Gastgeber einig, dass man für die Zukunft viel gemeinsames Potential zur Zusammenarbeit sieht.